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Foto- und Videowettbewerb
"Nordpark Dresden"
Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Aufruf zum Foto- und Videowettbewerb Nordpark Dresden
Die Arbeiten sollen mit fotografischen oder filmischen Mittel die Schönheit der vorhandenen Teile des Nordparks, aber auch seiner Hindernisse und Chancen dokumentarisch oder künstlerisch einer breiten Öffentlichkeit näher bringen. Dabei soll ein besonderer Schwerpunkt auf die tatsächliche oder mögliche Zusammengehörigkeit seiner Teile gelegt werden. Die Arbeiten sollen zur Diskussion anregen, neue Möglichkeiten aufdecken sowie verschiedene Sichten in die Debatte einzubringen. Die Arbeiten sollen im Herbst 2026 ausgestellt werden. Bisher hat sich der Verein Hechtviertel e.V. bereit erklärt, seine Räume zur Verfügung zu stellen.
1. Was ist der "Nordpark Dresden"?
Der Nordpark Dresden ist eine Vision, der die vorhandenen und zu entwickelnden Schätze der Landschaft und Natur im Dresdner Norden als Orte der Erholung, des Naturerlebnisses und der neuen Wildnis rund um den Heller zusammen denkt und sieht. Im Zentrum des Nordparks steht der Proschhübel mit seiner atemberaubenden Aussicht auf die Stadt bis zur Sächsischen Schweiz, auf die Elbhänge bis nach Radebeul und nach Norden über die neue Wildnis.
Eigentlich sollte dort ein Teilgebiet der Bundesgartenschau 2033 entwickelt werden, bevor der Stadtrat die BUGA auf die Teile südlich der Elbe beschränkte.1 Die Grundidee war die Geschichte des Militärstandortes, der Orte der Verfolgung und der Entwicklung neuer Naturlandschaften am Rande der Stadt zu befördern. Der Stadtrat hat im Januar 2026 einstimmig beschlossen, den Oberbürgermeister zu beauftragen, "die Ideen der Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des Hechtparks, des St. Pauli-Friedhofs, des Proschhübels (Halde 2) unter Einbeziehung des Carolaparks, der KGV Hellersiedlung und des Trümmerbergs Halde 1 unter dem Arbeitstitel "Nordpark Dresden" nach Maßgabe zur Verfügung stehender Mittel weiter zu verfolgen."2
2. Naturschätze und Erinnerungsorte
Am südlichen Abhang des Dresdner Hellers liegt der Hechtpark, ein naturnaher Waldpark mit alten Bäumen, in dem sich die Kleingartenanlagen Am Nordhang, Neuer Hecht und Hammerweg befinden. Am westlichen Ende liegt der historische St. Pauli-Friedhof mit wertvollen Grabstellen und dem Gedenkort für die ermordeten Säuglinge osteuropäischer Zwangsarbeiterinnen im Zweiten Weltkrieg. Der Friedhof verfällt, weil das Geld fehlt.
Der Hammerweg trennt Hechtpark und Paulifriedhof vom Zwickel zwischen der Hansastraße und der Stauffenbergallee. Seit wenigen Jahren wächst dort Wald nach. Eine aufgegebene Kleingartenanlage stellt sich noch als Müllplatz dar. An der Hansastraße liegt der Gedenkort Judenlager Hellerberg, in dem Dresdnerinnen und Dresdner 1942 / 1943 vor ihrer Deportation in die Todeslager inhaftiert waren. Der Ort ist in einem denkbar unwürdigen und unzugänglichen Zustand. Der Stadtrat hat Anfang Juni beschlossen, hier an der Stauffenbergallee einen "LKW-Vorstauplatz" und ein Umspannwerk zu errichten.
Nördlich der Stauffenbergallee ist das Gelände zwischen Wertstoffhof und Radeburger Straße abgezäunt, obwohl der Flächennutzungsplan dort Waldzonen vorsieht. Der Hammerweg läuft auf die bewaldete Höhe der "Halde 1" zu, ein Berg aus Kriegsschutt. Von seiner Höhe ist nur der Blick nach Klotzsche möglich.
Am östlichen Fuß der Halde 1 zieht sich der Carolapark bis zum Proschhübel, ein naturnaher Landschaftspark mit Ausblicken nach Süden, der als Spazierweg mit Spielorten rege genutzt wird. Im Winter bietet er Rodel- und Skihänge.
Nördlich des Carolaparks liegen die Kleingartenanlagen Robinienhain und Hellersiedlung. Der KGV Robinienhain wurde als schönste Kleingartenanlage Dresdens 2025 ausgewählt. Er unternimmt vorbildliche Anstrengungen für eine naturnahe Bepflanzung seiner Wege mit Wildblumen. Ein breiter Naturstreifen durchzieht die öffentlich zugängliche Anlage.
Die KGV Hellersiedlung wurde nach dem zweiten Weltkrieg gegründet, um Dresdnerinnen und Dresdnern eine Selbstversorgung zu ermöglichen. Sie liegt zentral zwischen Proschhübel und der neuen Wildnis des Hellers und ist daher zentraler Bestandteil des Nordparks.
Auf dem Heller hat sich in den letzten gut 30 Jahren durch natürliche Entwicklung eine halboffene bis bewaldete Landschaft gebildet, die als großflächige "neue Wildnis" selten und besonders wertvoll ist. Am Südabhang des Augustusbergs befinden sich wertvolle Bestände alter Eichen und Buchen. Die "neue Wildnis" erlaubt die wichtige Erfahrung, wie sich in einer so gut wie vollständig durch Eingriffe des Menschen veränderten Erdoberfläche Natur ohne Eingriffe des Menschen entwickelt.
3. Hindernisse
Es ist offensichtlich: Einen Nordpark als einen zusammenhängenden und als Ganzes erlebbaren Raum gibt es bisher nicht. Bisher wurden die alten Militär- und Deponiestandorte als Restflächen für alles mögliche verbraucht.
So wird der Nordpark von der breiten Ost - West - Schneise der Stauffenbergallee mit seiner hohen Randbebauung nördlich der Straße zerschnitten. Die Bürobauten, die Ende der 1990er Jahre nördlich der Kasernen von um 1900 errichtet wurden, sind ein Beispiel protziger Bürobunker. Einen naturnahen und landschaftlich erlebbaren Zugang zum zentralen Aussichtsort des Proschhübels gibt es nicht. Die Fläche an der Straße Am Reiterberg ist durch ein Gitter abgezäunt, obwohl die Bereitschaftspolizei diese Fläche nicht nutzt.
Zwischen Proschhübel und KGV Hellersiedlung schiebt sich von Osten von der Magazinstraße ein Keil mit industrieller Nutzung in den Nordpark. Der Zugang zum Proschhübel wird durch das eingezäunte Gelände der Feuerwehr verhindert.
Im Westen besteht nur über die Straße Hammerweg ein Zugang zur Halde 1. Der Weg vom Gedenkort ist an der Stauffenbergallee durch Zäune versperrt. Die Halde III könnte eigentlich wie die anderen beiden zum Park gehören. Zudem wird das Gelände durch die gewerbliche Nutzung am Hammerweg und die geplante Müllverbrennungsanlage in Anspruch genommen.
Im Osten befindet sich in der KGV Friedenswacht ein schön angelegter Weg nach Norden in Richtung Magazinstraße. Die letzten Meter auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks sind aber durch eine Mauer versperrt.
Somit fehlt es an der zentralen Voraussetzung einer für Fußgängerinnen und Fußgänger bequemen und landschaftlich gestalteten Zugänglichkeit aller Parkteile, insbesondere zur zentralen Aussicht vom Proschhübel und von dort in die anderen Teile.
Im westlichen Teil des Hellers befindet sich eine tiefe Sandabbaugrube. Der Betreiber hat das Recht, bis 2075 in Richtung Norden noch zwei ebenso große Gruben auszubeuten. Sollte dies nicht verhindert werden können, wird der Nordpark jahrzehntelang mit einer riesigen der Abbruchkante leben müssen. Die Stadt plant nördlich der KGV Hellersiedlung die Rodung einer Fläche von etwa 6 Hektar zum Schutz der seltenen Binnendünen und ihrer Insekten- und Pflanzenwelt. Die Frage der Einbindung in einen Nordpark ist ungelöst.
Karte Liening / Lichdi zu Teilen, Hindernissen und Potentialen des Nordparks
1 Machbarkeitsstudie
2 Beschluss des Stadtrats V0607/25 vom 29.1.2026.





